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Archiv für die 'Hilfsprojekt Ghana' Kategorie

Unterricht – mit 350 Schülern

Samstag 12. November 2011 von Christian Johner

Was sich wie ein Horrorszenario anhört, das nicht einmal die pessimistischsten deutschen Pädagogen zeichnen können, ist harte Realität – in Ghana. Und für unsere Vereinsvorsitzenden Thomas und Hildegard, denn sie sind hier für ein paar Tage die Lehrer.

Gestartet wird der Unterricht mit einem Gebet und dem Singen der Schulhymne. Dann heißt es, mit 350 Schülern die Möglichkeiten des “Mobile Learning” zu erarbeiten. In Kleingruppen, die fast übereifrige “Assistants” betreuen, wird diskutiert und geschrieben. Eine scheppernde Mikrofonanlage und der aus Deutschland importierte Beamer sind Gold wert. Faszinierend ist auch die absolute Disziplin der Schüler.

In manchen Situationen nimmt der Workshop jedoch unerwartete Wendungen. Beispielsweise melden sich bei jeder Abfrage, wer ein Handy besitzt, weniger Schüler. Erst ein Lehrer klärt auf: Die Schüler glauben, dass sie ein Mobiltelefon geschenkt bekämen, wenn sie sich nicht melden. Tatsächlich ist der Prozentsatz der Handybesitzer nämlich sensationell hoch: Bei 100%! Nur die Möglichkeit damit aufs Internet zuzugreifen wird weniger genutzt: von etwa 20%.

Wie notwendig es ist, den Schülern Materialien bereitzustellen, wird immer offensichtlicher. Es fehlt am Elementarsten wie anatomische Zeichnungen und Fotos für den Anatomieunterricht. Wie will man Anatomie ohne solche Materialien lehren und lernen?

Die Mission des Vereins, genau diesen Missstand mit Hilfe der IT zu bekämpfen, ist und bleibt eine erstrebenswerte.

Helfen Sie uns durch Ihre Spende.

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Pressearbeit – ganz adhoc

Donnerstag 10. November 2011 von Christian Johner

Kein Zweifel: In Ghana läuft manches anders. Auch Radiointerviews, die der Vorstand “unseres” Vereins “Healthcare IT for Africa” geben muss:

Weshalb das Interview vorbereiten? Weshalb auf Englisch anmoderieren? Nach einer kurzen Einführung, die der Radiomoderator auf TWI gibt, eine der Landessprachen, heißt es nur “Erkert”. Und dann ist Thomas “on air”. Bei Radio “FM 92,7″.

Sicher nichts für schwache Nerven, solche Situationen so spontan meistern zu müssen. Aber Thomas schafft auch das: ein 45 minütiger Beitrag im ghanaischen Radio.

Entwicklungshilfe benötigt eben Universalbegabte. Zum Glück haben wir mit unseren Vorständen Thomas und Hildegard die richtigen an Bord…

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Die Hauptmeldungen im ghanaischen Fernsehen: Unser Verein!

Dienstag 8. November 2011 von Christian Johner

Unser Africa-Corps ist wieder im Einsatz: Die Vorstände unseres Vereins “Healthcare IT for Africa” muten sich wieder ein Mammutprogramm zu. Wieder heißt es unsägliche Reisen durch das Land auf sich zu nehmen. Wieder gilt es, mit den Vertretern der Behörden, v.a. des Gesundheitsministerium zu verhandeln. Mal wieder. Doch dieses Mal lit sensationellem Erfolg:

Nach jahrelangem Insistieren, nach ständig neuen Versuchen einer Kooperation mit ständig neuen Ansprechpartnern aus dem Gesundheitsministerium hat es nun einen Durchbruch gegeben:

Offiziell ist HITA jetzt offizieller Kooperationspartner des Gesundheitsministeriums. Und das haben die Vertreter des Ministerium nicht in einer unverbindlichen privaten Konversation, sondern vor großer Runde bekannt gegeben: Vor über 30 Pressevertretern von Zeitung, Rundfunk und Fernsehen verkündet der stellvertretender Gesundheitsminister die Zusammenarbeit.

Die großen Zeitungen und v.a. die drei Fernsehsender berichten in den Abendnachrichten darüber.

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Mit Siegel des Amtsgerichts: Wir sind eingetragen!

Samstag 3. September 2011 von Christian Johner

Verein “Healthcare Information Technologies for Africa” ist nach Konstanz umgezogen

Seit dieser Woche ist unser Verein offiziell in Konstanz eingetragen. Lange hat es gedauert, die Mühlen der Bürokratie erinnerten schon fast an die in Ghana. Aber jetzt ist es geschafft. Wir sind HITA e.V. Nächste Woche folgt dann auch die neue Bankverbindung. Denn nur mit “e.V.” gibt es auch ein (neues) Konto.

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Das Institutskind

Dienstag 5. Juli 2011 von Christian Johner

Seit fast zwei Jahren hat das Institut ein Kind. Sie heißt Rosie, und wir unterstützen Sie finanziell. Konkret bezahlen wir monatlich Ihre Schulausbildung, manchmal auch einen Extrabetrag. Danke CS für Deine Unterstützung bei der letzten Rate!

Im Gegensatz zu den Ghana-Projekten unterstützen wir Rosie jedoch nicht direkt, sondern über masomo e.V., eine Organisation, die sich speziell der Schulbildung von Kindern in Tansania widmet.

Am bevorstehenden Institutstag werden wir mehr über unsere Projekte berichten.

Bis vielleicht dann, Ihr Christian Johner

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Von der Mongolei bis Äthiopien

Freitag 20. Mai 2011 von Christian Johner

Campus Medicus zu Besuch am Institut

Manchmal staune ich nur noch. Was die Geschäftsführerin von Campus Medicus im Rahmen eines Kamingesprächs meinen Studierenden und mir berichtet, kann ich kaum glauben.

Sie hat es geschafft, in Zusammenarbeit mit dem Universitätsspital Basel ein Telemedizinprojekt zu etablieren. Das alleine verdient Bewunderung. Wirklich ehrfürchtig werde ich, als sie uns zeigt, wer Tag für Tag das System nutzt:

Ärzte aus Ländern der zweiten und dritten Welt. Chirurgen, Pathologen und Radiologen aus der Mongolei, Äthiopien diskutieren gemeinsam untereinander und mit Ärzte aus Deutschland und der Schweiz Laborwerte, Röntgenbilder und histologische Befunde.

Das wäre doch auch etwas für unser Ghana-Projekt.

Erleben auch Sie solche Highlights. Das berufsbegleitende Masterstudium “IT im Gesundheitswesen” ist ein Grant dafür. Dafür und für Ihre rasante persönliche und berufliche Entwicklung. Melden Sie sich gleich bei mir, damit wir Ihre Karriere planen können.

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Ende und Neubeginn

Montag 9. Mai 2011 von Christian Johner

Abschied von Ghana, Vereinssitzung in Deutschland

Nach vier Wochen Regenwald, erbärmlichen Krankenhäusern, endlosen Dschungelpisten, überforderten Ministerien und überfüllten Krankenpflegeschulen ist Jörg zurück. Der Abschied in Ghana war herzlich, die Rückfahrt weitgehend problemlos (s. Foto).

Und jetzt ist Jörg wieder da. Frisch geduscht ;-) , voll mit neuen Eindrücken und erfüllt vom Wunsch, unsere Initiative “Healthcare IT for Africa” zu unterstützen. Am Mittwoch werden wir deshalb eine “Vereinssitzung” im Institut in Konstanz abhalten und die nächsten/neue Ziele besprechen. Dazu sind Sie herzlich eingeladen.

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0800-Ghana

Mittwoch 4. Mai 2011 von Christian Johner

Unterstützung durch das ghanaische Gesundheitsministerium!?!

Manche Hoffnungsschimmer kommen unvermittelt: Nachdem wir schon fast an der Bürokratie in Ghana verzweifelt sind, kommt wieder Bewegung in die Sache. Wie Jörg und König Ben melden, hat sich das Gesundheitsministerium in Ghana entschlossen, uns einen Serverplatz in einem Rack kostenfrei anzubieten. Mit allem, was man sich wünscht: Gute Anbindung (155 MBit), sicher gegen Diebstahl und Stromausfall und sogar mit Menschen, die so etwas administrieren können.

Jörg konnte sich Vorort ein Bild machen und bestätigt die Daten. Sogar eine kostenlose Einwahlnummer für Call2Learn soll es geben.

Mit so vielen guten Nachrichten hätte ich nicht gerechnet. Hoffentlich nicht zu schön, um wahr zu sein.

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Jörg auf dem Rückweg nach Accra

Montag 2. Mai 2011 von Christian Johner

Es ist vier Uhr morgens, nach 13 Stunden fahrt erreicht der Bus mit Ben und Jörg die Hauptstadt Accra.

Es ist noch keinen Tag her: Jörgs Gastgeschenke, die Malaria Medizin und die Compeed Pflaster, sind sehr gut angekommen. Der Abschied vom Dorf und Bens Familie gelang nicht tränenlos. Aber hier gibt es auch Facebook und Bens ältester Sohn und seine älteste Tochter sind jetzt mit Jörg auf Facebook befreundet.

Abends sind Ben und Jörg dann in die Innenstadt zum Bus-Terminal gefahren. Aha Yutong chinesische Massarbeit, ähnelt doch sehr den Kässbohrer Bussen in Deutschland. Laut Ben gibt es die Busse noch nicht so lange. Aber gepflegt wirkt der Bus nicht. Die Frontscheibe hat schon mehrere Risse und die Gepäckklappen im unteren Teil des Busses klemmen.

Nach dem ersten Teil der Buckelpiste, in dem der Fahrer noch für die einzelnen Schlaglöcher bremst, gibt es sogar einen Film auf DVD zu sehen. Ghanaische Produktion, Jörg versucht zu dösen. Leider ist es extrem kalt und trotz Jacke bekommt er kalte Füße, findet keinen Schlaf. Irgendwann dreht der Busfahrer den Ton des Videos lauter, da die Scheiben wegen der schlechten Straße so laut klappern. Als es dann anfängt zu regnen, gesellt sich zu dem Lärm ein regelmässiges lautes Knallen: Die Scheibenwischer des Busses schlagen in der Mitte der Frontscheibe aufeinander.

Todmüde kommen Jörg und Ben in Accra an und machen sich auf die Suche nach einem Hotel. Jetzt ein paar Stunden Schlaf, denn später am heutigen Tag geht es wieder ins Gesundheitsministerium.

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Eine Frage der Gewohnheit

Samstag 30. April 2011 von Christian Johner

Jörg in Ghana — zwischen Fatalismus und Gelassenheit

Nach drei Wochen nimmt Jörg die Dinge in Ghana so wie sie sind. Ich bin nicht ganz sicher, ob das ein Zeichen der Kapitulation oder einer neuen Gelassenheit sind. Jedenfalls wundert sich Jörg kaum noch, wenn

  • der Strom zum x-ten Mal am Tag ausgefallen ist,
  • die Mehrzahl der E-Mailadressen falsch ist, mit denen er mit den Lehrern der “Nursing School” in Kontakt bleiben möchte,
  • man zum geplanten Termin überhaupt nicht oder nur mit großer Verspätung erscheint,
  • die Bevölkerung erklärt, dass die Politiker vor den Wahlen alles versprechen und nach den Wahlen nichts davon halten.

Jörg beginnt, sich langsam in der lokalen Sprache verständigen zu können. Er lernt, wie man auf Märkten feilschen und mit den ständigen Aufforderungen, in eine Kirche einzutreten, umgehen muss. Selbst König Ben’s Enkelsohn fürchtet sich nicht mehr vor dem dünnen weißen Mann. Im Gegenteil, er weint, wenn er nicht von ihm zu den Fahren mitgenommen wird.

Alles nur eine Frage der Gewohnheit.

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Gedanken zur IEC 62304, über Karriere und Leben