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Archiv für die 'Gesundheitswesen' Kategorie

Weiterbildung bei Kaiser-Permanente: Nur für Führungskräfte im Gesundheitswesen

Donnerstag 22. Dezember 2011 von Christian Johner

Vom 22.-25. April 2012 bietet Kaiser-Permanente ein Programm “Learning from the Kaiser Permanente Model” an. Es wendet sich v.a. an Führungskräfte im Gesundheitswesen und zeigt, wie die Effektivität und Effizienz eines Gesundheitssystems gesteigert werden kann. Weitere Informationen finden Sie auf der Webseite http://xnet.kp.org/kpinternational/programs/index.html.

Anlass für diese Empfehlung

Im letzten September war ich mit den MBA-Studierenden meines Instituts im Silicon Valley zu einem Studienaufenthalt und konnte neben der Stanford University auch Kaiser Permanente besuchen. Dies erwies sich als ein Höhepunkt, weil dieser Besuch einen für mich überraschend tiefen Einblick in die Arbeit einer HMO (Health Management Organization) ermöglichte. Die Transparenz und die didaktischen Fähigkeiten der Gesprächspartner schätzten alle Teilnehmer.

Kaiser-Permanente als Non-Profit-Organisation bildet gleichsam ein eigenes Gesundheitssystem aus Ärzten, Krankenhäusern und Versicherung. Die Konsequenz mit der

  • Vorsorge betrieben wird,
  • “evidence based” behandelt und
  • IT eingesetzt wird

überzeugte uns. Präsident Obama übrigens auch: Er bezeichnet Kaiser Permanente als Vorbild für das (amerikanische) Gesundheitswesen.

Zwischen Kaiser-Permanente und mir oder dem Institut existieren keinerlei Beziehungen. Diese Empfehlung erfolgt ausschließlich aufgrund der positiven Erfahrung.

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Und wer pflegt mich?

Freitag 9. Dezember 2011 von Christian Johner

Heute bin ich auf eine Grafik der Barmer gestoßen, die der Bundesverband der medizintechnischen Industrie verschickt hat. Sie gibt die Wahrscheinlichkeit an, im Lauf des Lebens pflegebedürftig zu werden:

Meine statistischen Chancen stehen bei 50 Prozent. Tendenz stark steigend. Wenn ich eine Frau wäre, läge die Wahrscheinlichkeit bei 72%. Prozent stark steigend.

Wir reden alle vom demografischen Wandel. Immer und immer wieder. Was das aber bedeutet, werden wir wohl erst so richtig verstehen, wenn wir uns im hohen Alter niemanden leisten können, der uns pflegt. Weil es einfach nicht genügend junge Menschen gäbe, dies zu tun.

Ambient assisted living und viele weitere Schlagworte waren eine Zeit lang ziemlich hype. Jetzt ist das wieder ein wenig in der Versenkung verschwunden. Um hoffentlich rechtzeitig den Weg in die Praxis zu finden, bevor wir keine Alternativen dazu haben.

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You get what you pay for

Montag 5. Dezember 2011 von Christian Johner

Lächerliche 1-2 Prozent geben deutsche Krankenhäuser für die IT aus. Zum Vergleich: In den USA sind das etwa 7%, so die Zahlen, die die Zeitschrift kma in ihrer Novemberausgabe zitiert (S. 16ff KB: Danke für den Lesetipp).

Offensichtlich ist man sogar stolz auf diese niedrigen Ausgaben. Angeblich hat die Aussage, dass die IT nicht zur Kernkompetenz von Krankenhäuser zählen würde, Beifall bei einer Versammlung von Krankenhausdirektoren bekommen.

Wer mit diesem Verständnis für die IT agiert, tut vielleicht sogar gut daran, nicht mehr dafür auszugeben. Denn das Geld würde wahrscheinlich wirkungslos verbrannt werden.

Das Problem ist also nicht das Budget selbst, sondern die Leute, die darüber entscheiden, und die Leute, die es ausgeben – die Krankenhaus-IT-Leiter. Ja, ich nenne das ein Problem. Denn an vielen Krankenhaus-IT-Leitern sparen die Chefs ebenfalls. Und auch hier gilt “you get what you pay for”.

Was kann man als Krankenhaus IT-ler machen? Letzlich bleibt der Wechsel zu einem anderen Arbeitgeber, sei es zu einer anderen Klinik oder in die Industrie. Das bedingt natürlich konkretes Fachwissen und eine Methodenkompetenz. Aber wo man all dies erwirbt, wissen Sie ja. ;-)

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Vier Professoren gesucht! Ab jetzt können Sie sich bewerben!

Sonntag 20. November 2011 von Christian Johner

Wer behauptet, es gäbe keine attraktiven Stellen mehr in Deutschland? Ich habe gleich vier Stück anzubieten – vier Professoren für unseren neuen Studiengang Gesundheitsinformatik:

  1. Professur für Gesundheitsinformatik, Schwerpunkt Softwareentwicklung (der Bewerber sollte so richtig was von Softwareentwicklung medizinischer Systeme verstehen)
  2. Professur für Gesundheitsinformatik, Schwerpunkt Gesundheitsökonomie (der Bewerber sollte das Gesundheitswesen kennen mit seinen ökonmischen Besonderheiten, den Prozessen z.B. im Krankenhaus usw. Er/sie könnte ggf. ein Arzt mit MBA sein)
  3. Professur für Gesundheitsinformatik, Schwerpunkt Medizininformatik
  4. Professur für Gesundheitsinformatik, Schwerpunkt IT-Management (der Bewerber sollte aus eigener Erfahrung wissen, wie man IT-Infrastrukturen im Gesundheitswesen betreibt)

Klingt das nicht spannend?

Hier finden Sie die Ausschreibungen: http://www.htwg-konstanz.de/Professuren.1074.0.html?&no_cache=1. Bewerben Sie sich! Weitere Informationen gerne bei mir…

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Datenschutz in der nicht-digitalen Welt

Dienstag 1. November 2011 von Christian Johner

Weshalb Facebook nutzen, um private Daten zu veröffentlichen? Weshalb Server hacken, um an personenbezogene Daten zu kommen?

Es geht auch einfacher: Setzen Sie sich einfach ins Wartezimmer der Uniklinik Freiburg. Lesen Sie, was David Vaulont dort beobachtet (oder besser mithört). Danke BF für den Tipp

Nun meine Frage an Sie: Angenommen der Autor hätte den Namen ebenfalls gebloggt, wäre das ein Verstoß gegen gesetzliche Bestimmungen zum Datenschutz gewesen?

Die Auflösung gebe ich demnächst hier bekannt.

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Malaria-Epidemie? Neues aus Absurdistan

Dienstag 18. Oktober 2011 von Christian Johner

Dass eine Krankenversicherung die Erstattung von Auslagen ablehnt, ist leider nichts Außergewöhnliches. Mit welchen abstrusen Argumenten dies aber geschehen kann, war mir neu.

So weiß ich nicht, ob ich lachen oder erschrocken sein soll, dass einer der Gründe für eine solche Ablehnung die Malaria in den USA sei. Habe ich eine Epidemie verpasst? Mich gar infiziert?

Lesen Sie selbst diesen Bericht aus Absurdistan.

Danke BF für diesen Lesetipp.

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US-Healthcare System

Samstag 1. Oktober 2011 von Christian Johner

Es ist kaum zu glauben, die MBA-Woche ist schon fast vorbei. “US Healthcare System” heißt eine der letzten Vorlesungen. Sie rundet unseren Einblick in das amerikanische Gesundheitssystem ab.

Unser Dozentin, Professor Nancy Hoffman, wiederholt, was wir in verschiedenen Kontexten bereits gehört haben: Das US Gesundheitssystem ist das teuerste, eines der ineffizientesten, ungerechtesten und von Egoismen getriebenen der Welt. In einigen Bundesstaaten ist die medizinische Versorgung – zumindest was die Ergebnisse anbelangt – auf dem Niveau von Entwicklungsländern.

Keine Lösung in Sicht?

Wir sind glücklich, mit Professor Paul Tang, einem der Chefs der Palo Alto Medical Foundation, Zugang zu einem absoluten Experten zu haben. Er gehört zum Beraterkreis der Obama Administration. Wir erhalten tiefe Einblicke in die aktuelle Diskussion, beginnen die Hintergründe der Gesundheitsreform zu verstehen und lernen, welche entscheidende Bedeutung der IT zuteilwird. Nicht nur Bedeutung, sondern auch Milliarden an Dollar.

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Ein 5m langer Prozess

Montag 12. September 2011 von Christian Johner

Man misst die Länge von Prozessen üblicherweise nicht in Metern. Wenn das Prozessdiagramm für eine kleine Operation über fünf Meter lang ist, dann erlaubt das jedoch erste Rückschlüsse – insbesondere wenn die eigentliche Operation nicht einmal 10cm davon einnimmt.

Spätestens nach den drei Tagen Prozessmanagement sind die Studierenden am Institut natürlich deutlich tiefer in die Prozessanalyse eingestiegen.

Sie erkennen redundante Arbeitsschritte. Sie identifizieren Tätigkeiten, die notwendig werden, um Fehler in vorausgegangenen Schritten zu kompensieren. Sie stoßen auf Medienbrüche und einige Absurditäten – die man schon immer so gemacht hat.

Wir üben nicht an künstlichen Lehrbuchfällen, sondern an Beispielen aus der täglichen Beratungspraxis unserer Referenten.

Nicht nur auf dieses Modul Prozessmanagement freuen sich die Studierenden des siebten Masterstudiengang, der just heute begonnen hat. Dazu sehr bald mehr…

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Sozial(er)staat – ein Tag am Gericht

Donnerstag 8. September 2011 von Christian Johner

Im Namen des Volkes ergeht folgendes Urteil sagt die Richterin. Dann dürfen wir uns wieder setzen.

Mit den Studierenden des 6. Masterstudiengang sind wir heute am Sozialgericht. Was der Dozent, ein Richter, gestern noch in der Theorie erklärt hat, erleben wir heute hautnah: Deutsche Rechtsprechung.

Ein Mann verklagt das Jobcenter auf Erstattung seiner doppelten Haushaltsführung. Die auffallend gut vorbereitete Richterin trägt die Fakten minutiös vor. Es folgt die rechtliche Bewertung – die Parteien diskutieren die Anwendbarkeit von Paragraphen. Schnell wird klar, dass die Klage keinen Erfolg haben wird: In diesem Fall liegt es im Ermessen des Jobcenters, Leistungen zu erstatten. Dabei sei auf Sparsamkeit (beim Umgang mit Steuergeldern) und auf die rasche Eingliederung der “Kunden” (so nennen die Behördenvertreter die Empfänger von Sozialleistungen) ins Berufsleben zu achten. Beides habe die Behörde getan. Klage abgewiesen, nächster Fall.

Wir folgen noch zwei weiteren Prozessen, die einen Einblick in die Arbeit von Gerichten, aber auch in das Leben von Einkommensschichten erlauben, die man sonst nicht kennt. Alle “Kunden” klagen auf die Zahlung von mehr Arbeitslosengeld. Es sind teilweise traurige Fälle. Die ausländische Klägerin spricht kein Wort Deutsch. Ihr Sohn liegt im Sterben. Meldefristen wurden verpasst. Man streitet einmal um 150 EUR, im anderen Fall, ob 50 Euro Taschengeld angerechnet werden dürfen.

Mancher fragt sich, ob einige Empfänger von Sozialleistungen nicht mehr Engagement zeigen könnten. Weshalb ist eine Klägerin für 6 Wochen im Urlaub und lässt ihren Anwalt um 30 EUR vom Arbeitsamt kämpfen? Wäre es trotz einer schwierigen Familiensituation nicht zumutbar gewesen, mit einem Anruf bei der Behörde, von der man Geld erwartet, den vereinbarten Termin zu verschieben?

Hier vor Gericht wird gekämpft – aber mit Samthandschuhen. Gleichzeitig sind wir froh, in einem Sozialstaat zu leben, in dem man nicht so schnell untergehen kann.

 

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Ist das rechtens?

Dienstag 2. August 2011 von Christian Johner

KBV will eigene Software den Ärzten kostenlos bereitstellen und betreiben

Nein, ich bin kein Jurist. Deshalb erhebe ich nicht den Anspruch, die gesetzliche Lage korrekt beurteilen zu können. Dass aber eine Körperschaft öffentlichen Rechts wie die Kassenärztliche Bundesvereinigung KBV sich anmaßt, in Konkurrenz zu den Herstellern von Arztpraxissoftware zu treten, empfinde ich als ungeheuerlich.

Nach meinem Verständnis sind die niedergelassenen Kassenärzte Zwangsmitglieder der kassenärztlichen Vereinigungen. Für diese Zwangsmitgliedschaft müssen sie bezahlen. In anderen Worten: Unsere Krankenkassenbeiträge fließen qua Gesetz an die KVen. Das hat mit freiem Markt erst einmal nichts zu tun. Und mit diesen Zwangsbeiträgen konkurriert die KBV nun mit den Softwareherstellern. Dass dann laut Ärztezeitung der KV-Vize Müller behauptet, “Der Markt hat versagt”, empfinde ich als Hohn.

Irgendetwas läuft hier doch falsch, oder?

Artikel in der Ärztezeitung

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Gedanken zur IEC 62304, über Karriere und Leben