Was für ein schwarzer Tag für den Datenschutz! Gleich in drei Beiträgen berichtet Spiegel Online über Datendiebstahl:
Das Muster ist immer das gleiche: Daten werden gestohlen oder geraten auf anderen Wege in falsche Hände. Anschließend bemühen sich die Firmen um Schadensbegrenzung. Die entwendeten Daten enthalten meist den Namen und die Anschrift der Kunden, in manchen Fällen Informationen über Kreditkarten oder abgeschlossene Verträge.
Könnte so etwas in Krankenhäusern auch passieren? Es gibt einige Gründe die dafür sprechen:
- Die Krankenhaus IT ist bestimmt nicht so sehr auf Sicherheit getrimmt wie eine Bank.
- Patientendaten sind nicht nur für Versicherungen interessant: Die Information, ob ein Patient privat oder gesetzlich versichert ist, lässt gewisse Rückschlüsse zu.
- Krankenhäuser haben nicht nur im Vergleich zu einer Online-Bank einen hohen Publikumsverkehr. Sich im Krankenhaus Zugang zu einer Netzwerksteckdose oder gar zu Servern zu verschaffen, dürfte keine besondere Hürde darstellen.
- Es gibt in den meisten Krankenhäusern keinen Sicherheitsbeauftragten. Erlangen ist hier leider eine rühmliche Ausnahme.
- Die Versuchung, eine Klinikkette zu erpressen, ist hoch. Denn der Imageverlust wäre für die Betreiber immens.
Ich möchte bestimmt nichts heraufbeschwören. Aber die Befürchtung, dass Spiegel Online bald einen Datenskandal im Gesundheitswesen aufdeckt, habe ich schon.
Beste Grüße, Christian Johner