Datenschutzskandale: Haben die Krankenhäuser bisher Glück gehabt?
Was für ein schwarzer Tag für den Datenschutz! Gleich in drei Beiträgen berichtet Spiegel Online über Datendiebstahl:
- Bei der KarstadtQuelle-Bank
- Bei StudiVZ und
- Bei AWD
Das Muster ist immer das gleiche: Daten werden gestohlen oder geraten auf anderen Wege in falsche Hände. Anschließend bemühen sich die Firmen um Schadensbegrenzung. Die entwendeten Daten enthalten meist den Namen und die Anschrift der Kunden, in manchen Fällen Informationen über Kreditkarten oder abgeschlossene Verträge.
Könnte so etwas in Krankenhäusern auch passieren? Es gibt einige Gründe die dafür sprechen:
- Die Krankenhaus IT ist bestimmt nicht so sehr auf Sicherheit getrimmt wie eine Bank.
- Patientendaten sind nicht nur für Versicherungen interessant: Die Information, ob ein Patient privat oder gesetzlich versichert ist, lässt gewisse Rückschlüsse zu.
- Krankenhäuser haben nicht nur im Vergleich zu einer Online-Bank einen hohen Publikumsverkehr. Sich im Krankenhaus Zugang zu einer Netzwerksteckdose oder gar zu Servern zu verschaffen, dürfte keine besondere Hürde darstellen.
- Es gibt in den meisten Krankenhäusern keinen Sicherheitsbeauftragten. Erlangen ist hier leider eine rühmliche Ausnahme.
- Die Versuchung, eine Klinikkette zu erpressen, ist hoch. Denn der Imageverlust wäre für die Betreiber immens.
Ich möchte bestimmt nichts heraufbeschwören. Aber die Befürchtung, dass Spiegel Online bald einen Datenskandal im Gesundheitswesen aufdeckt, habe ich schon.
Beste Grüße, Christian Johner
Tags: Datenschutz, Krankenhaus
24. November 2009 um 15:17
Sehr geehre Damen und Herren,
wie auch mit Schweigepflicht im Versicherungswesen (hier private Krankenkasse) umgegangen wird, ist z.T. skandalös. Ich hatte den Sachbearbeiter auf § 203 I Nr. 6 StGB hingewiesen, der jedoch meine Daten ohne meine Zustimmung einfach offenbart hat. “Erfog”: Ein Rausschmiß aus der Versicherung.
Es muß sich diesbezüglich noch einiges tun.
Manfred Greiwe
30. Dezember 2009 um 16:43
[...] Business Manager, die Sie aktuell in der Online-Ausgabe des Manager Magazins nachlesen können. In meinem Blog im Oktober hatte ich auf solch ein Szenario schon [...]